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Was ist Containern? 

Containern oder auch Dumpster Diving bezeichnet den Vorgang, wenn Menschen aus den Supermarktmülltonnen Lebensmittel herausholen, um diese entweder selbst zu verwerten oder um sie an soziale Einrichtungen wie die Tafel zu spenden. Containern ist in Deutschland eine Straftat. 2020 hat das Thema große Aufmerksamkeit bekommen, weil zwei Studentinnen aus Olching bei München Verfassungsklagen in Karlsruhe eingereicht haben. Sie wollten bewirken, dass sich Menschen, die Nahrungsmittel aus dem Müll von Supermärkten retten, nicht mehr strafbar machen. Allerdings sind sie vor Gericht gescheitert. Containern ist und bleibt in Deutschland eine Straftat.   

Was denkt die Mehrheit der Deutschen übers Containern?

In einer repräsentativen Forsa-Umfrage von September 2020 haben sich 86% der Befragten gegen die Strafbarkeit des Containerns ausgesprochen.  

Wie gehen andere Länder mit der Lebensmittelverschwendung von Supermärkten um? 

2016 wurde ein Gesetz in Frankreich erlassen, das es den Supermärkten und Discountern ab einer Größe von 400m² vorschreibt ihre Lebensmittel entweder selbst weiterzuverwenden oder zu spenden. Bei Verstoß droht eine Geldstrafe von 3750 Euro pro Vergehen. Eine Spende an soziale Einrichtungen bedeutet für die Supermärkte steuerliche Vorteile: Diese können 60 Prozent des Einkaufspreises der gespendeten Lebensmittel von der Steuer absetzen.
Dem Beispiel aus Frankreich sind weitere Länder wie Italien, Peru, Tschechien und Finnland gefolgt. Die Regierungen dieser Länder motivieren die Supermärkte zur Lebensmittelspende entweder mit steuerlichen Vorteilen oder drohen ihnen mit hohen Geldstrafen bei Unterlassung.