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Warnstreik bei Zott in Mertingen: Produktion von Monte, Mozarella & Co. steht still

Warnstreik bei Zott in Mertingen:  Produktion von Monte, Mozarella & Co. steht still
Schwaben steht heute ein „Milch-Stopp“ bevor: Betroffen sind Produkte wie Monte, Zott-Sahne-Joghurt oder Zottarella.
Mit einem Milch-Warnstreik wollen mehr als 250 Beschäftigte der Molkerei Zott in Mertingen Druck auf die Arbeitgeber machen. Grund sind Tarifverhandlungen der bayerischen Milchwirtschaft, die zum Stillstand gekommen sind. Am morgigen Donnerstag (Hinweis f.d. Red.: 30. Juli) wird es deshalb zu Arbeitsniederlegungen und damit zu Produktionsausfällen kommen. Betroffen davon sein werden beliebte Produkte wie Monte, Zott-Sahne-Joghurt oder Zottarella. Zu dem Warnstreik aufgerufen hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Das Werk in Mertingen zählt mehr als 1.500 Beschäftigte.

„Es wird Zeit, dass die Beschäftigten der Milchwirtschaft in Schwaben jetzt einmal volle Kanne auf die Sahne hauen. Den Arbeitgebern muss klar sein, dass sie ihren Fuß von der Lohnbremse nehmen müssen“, sagt Laura Schimmel von der NGG Schwaben. Mit dem Warnstreik protestieren die Beschäftigten nach Angaben der NGG gegen den „unberechenbaren Zick-Zack-Kurs“ des Arbeitgeberverbandes der bayerischen Ernährungswirtschaft. Dieser habe, so die Gewerkschaft, seine Zusage, den Beschäftigten zwei Entlastungstage zuzugestehen, wieder zurückgenommen. „Das ist für alle Beschäftigten von Molkereien und Käsereien in Schwaben ein Schlag ins Gesicht“, so NGG-Geschäftsführerin Laura Schimmel.

Ziel der Gewerkschaft ist ein Lohn-Plus von 4,1 Prozent für ein Jahr. Azubis sollen 80 Euro pro Monat mehr bekommen. Außerdem will die Gewerkschaft erreichen, dass die Beschäftigten künftig eine zusätzliche Zahlung im Wert von 5 Arbeitstagen zur flexiblen Nutzung dauerhaft pro Jahr erhalten. Die Arbeitgeber haben dagegen nach Angaben der NGG „zuletzt lediglich 2,1 Prozent für 13 Monate“ angeboten. Sie seien selbst in der dritten Tarifrunde nicht einmal bereit gewesen, für ihre Auszubildenden die Übernahme der Fahrkosten zur Berufsschule anzupassen.

„Die Arbeitgeber haben eine Rolle rückwärts am Verhandlungstisch gemacht: Sie sind auf ihr Einstiegsangebot aus der ersten Verhandlungsrunde zurückgefallen. Das gab’s hier noch nie. Der Warnstreik in Schwaben ist damit auch ein Warnschuss an die Arbeitgeber, dass sie mit ihren Beschäftigten so nicht umgehen können“, sagt Laura Schimmel. In ganz Bayern gehe es dabei immerhin um die Löhne von rund 19.000 Beschäftigten in Molkereien und Käsereien.