Zielscheibe Neue Medien
Hass im Netz trifft echte Menschen
Ein beleidigender Kommentar. Eine peinliche Nachricht, die weitergeleitet wird. Ein Foto, das ohne Erlaubnis veröffentlicht wird. Was für manche nur ein schneller Klick ist, kann für andere das Leben verändern.
Hass, Beleidigungen, Bloßstellungen und Mobbing im Internet gehören für viele Menschen inzwischen zum Alltag. Dabei sind längst nicht mehr nur Prominente betroffen. Laut der JIM-Studie hat bereits rund ein Drittel der 12- bis 19-Jährigen verletzende Erfahrungen im Internet gemacht. Doch auch Erwachsene erleben immer häufiger Hasskommentare, digitale Ausgrenzung oder gezielte Anfeindungen in sozialen Netzwerken.
Das Problem: Was online passiert, bleibt nicht nur online.
Carsten Stahl
Anti-Mobbing- und Gewaltpräventionscoach, Keynote-Speaker und Kinderschützer tätig. Er leitet das von ihm gegründete Projekt „Camp Stahl“ und reist bundesweit an Schulen, um mit Workshops gegen Mobbing und Gewalt aufzuklären. Zusätzlich ist er als Aktivist und Gründer des „Bündnis Kinderschutz“ aktiv.
Josephine Ballon
Geschäftsführerin und Juristin bei der gemeinnützigen Organisation HateAid. Sie unterstützt Menschen, die Opfer von digitaler Gewalt wie Hassrede, Bedrohungen oder ungewollter Veröffentlichung von Nacktbildern geworden sind. Sie bietet kostenlose Beratung sowie finanzielle Unterstützung für zivilrechtliche Gerichtsverfahren. Außerdem legen sie sich gegen Social-Media Konzerne an um Nutzerrechte zu erkämpfen
Lijana Kaggwa
Sie war Teilnehmerin bei GNTM 2020 und wurde dort als „übelste Zicke“ dargestellt was dazu geführt hat, dass sie stark gemobbt wurde, ihre Familie und sie bedroht wurden und sogar Giftköder für ihren Hund in den Garten geschmissen wurden. Sie hatte zeitweise sogar Polizeischutz.
Sie hat dann den Verein Love always wins gegründet. Dort engagiert sie sich in der Mobbing- und Extremismusprävention, setzt sich gegen psychische Gewalt ein und fördert die Medienkompetenz im Umgang mit digitaler Gewalt in sozialen Medien.
Wenn Worte verletzen
Hinter jedem Profil steckt ein Mensch. Und genau diese Menschen leiden oft lange unter den Folgen von Cybermobbing und digitalem Hass.
Wer ständig beleidigt, bedroht oder öffentlich bloßgestellt wird, verliert häufig das Vertrauen in andere Menschen. Viele Betroffene ziehen sich zurück, fühlen sich allein oder entwickeln Ängste. In schweren Fällen können Depressionen oder sogar Suizidgedanken die Folge sein.
Besonders gefährlich ist dabei die Geschwindigkeit, mit der sich Inhalte im Netz verbreiten. Ein verletzender Beitrag kann innerhalb weniger Minuten Hunderte oder sogar Tausende Menschen erreichen. Für Betroffene fühlt sich das oft an, als gäbe es kein Entkommen.
Warum Menschen im Netz zu Tätern werden
Viele Täterinnen und Täter würden anderen Menschen vermutlich niemals ins Gesicht sagen, was sie online schreiben. Die vermeintliche Anonymität des Internets senkt Hemmschwellen. Hinzu kommen Gruppendruck, Aufmerksamkeitssuche oder das Gefühl, für das eigene Verhalten keine Konsequenzen befürchten zu müssen.
Doch Hass entsteht selten plötzlich. Oft beginnt er mit kleinen Grenzüberschreitungen, die immer weiter eskalieren. Deshalb ist es wichtig, früh hinzuschauen, bevor Menschen zu Opfern werden – und bevor andere zu Tätern werden.
Zielscheibe Neue Medien: Wir schauen nicht weg
Mit unserer Aktion „Zielscheibe Neue Medien“ wollen wir genau dort ansetzen.
Wir möchten über Hass und Mobbing im Internet aufklären, Betroffenen eine Stimme geben und zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, sich zu schützen und zu wehren.
Dafür erzählen Menschen ihre persönlichen Geschichten. Sie berichten von ihren Erfahrungen, ihren Ängsten und ihrem Weg zurück in den Alltag.
Betroffene
Gleichzeitig sprechen wir mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Medien, Psychologie, Prävention und Recht.
Expertinnen und Experten
Sie erklären, woran man Cybermobbing erkennt, welche Folgen digitale Gewalt haben kann und welche konkreten Schritte Betroffenen helfen.
Du bist nicht allein
Vielleicht hast Du selbst schon erlebt, wie verletzend Kommentare, Nachrichten oder Posts sein können. Vielleicht wurdest Du beleidigt, ausgeschlossen oder öffentlich bloßgestellt. Viele Menschen machen ähnliche Erfahrungen. Und es gibt Hilfe. Freunde, Familie, Beratungsstellen, Schulen, Arbeitgeber oder die Polizei können wichtige Ansprechpartner sein. Niemand muss Hass und Mobbing einfach hinnehmen.
Deine Geschichte zählt
Auch Deine Erfahrungen sind gefragt.
Hast Du selbst Hass, Mobbing oder Anfeindungen im Internet erlebt? Oder kennst Du jemanden, der betroffen war?
Dann melde Dich bei uns und teile Deine Geschichte. Gemeinsam können wir Aufmerksamkeit schaffen, Vorurteile abbauen und anderen Betroffenen Mut machen.
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