Interview mit Wincent Weiss
Wincent Weiss steht für große Emotionen, Gänsehaut-Momente und jede Menge Nähe zu seinen Fans. Im Interview erzählt er, warum die Bühne für ihn der glücklichste Ort ist, was er kurz vor jedem Konzert backstage macht und welcher Song für ihn etwas ganz Besonderes ist. Außerdem verrät Vincent, wie er mit Pannen umgeht, warum er lieber eine Figur in der Augsburger Puppenkiste als ein Denkmal auf dem Rathausplatz hätte – und was wir vom neuen Album erwarten dürfen.
Welche Momente auf Tour sind für Dich die schönsten?
„Zuletzt – jetzt gerade auf Tour – sind es natürlich die Momente auf der Bühne. Die zwei Stunden dort oben sind für mich die glücklichsten und schönsten, die man haben kann. Abseits der Bühne würde ich sagen: immer dann, wenn ich ein bisschen Zeit für mich habe – im Auto, auf dem Motorrad oder in der Werkstatt.“
Ist es für Dich peinlicher den Karten-PIN zu vergessen oder den Text auf der Bühne?
„Ich muss sagen, ich habe meine Karten-PIN seit zwei, drei Jahren nicht mehr benutzt – ich könnte die gar nicht mehr sagen. Aber das ist mir nicht peinlich, weil ich ja Gesichtserkennung habe. Auf der Bühne mal den Text vergessen ist mir auch nicht peinlich. Das Live-Geschäft lebt doch genau davon, dass Fehler passieren können. Angst davor zu haben, macht nur Lampenfieber. Wenn man es entspannt sieht, wird jedes Konzert zu einem Genuss.“
Wenn Du nur noch einen Song Dein Leben lang spielen dürftest – welcher wäre es?
„Wahrscheinlich Wer, wenn nicht wir. Da spiele ich selbst Gitarre, kann zwischendurch performen und dann wieder Gitarre spielen. Das macht den Song für mich sehr dynamisch.“
Du hast auch schon in Augsburg die Straßenbahnkonzerte gespielt. Stell Dir vor, Du bekommst ein Denkmal: lieber eine Statue auf dem Rathausplatz oder eine Figur in der Puppenkiste?
„Definitiv eine Figur in der Augsburger Puppenkiste. Da lebt der Charakter und die Kultur weiter – das finde ich schöner.“
Was machst Du kurz vor und direkt nach einem Konzert?
„Kurz vorher gehe ich meistens mit meinem Pianisten noch mal auf Toilette. Mit der Band schreien wir uns einmal richtig laut an – das ist unser Ritual. Nach der Show heißt es: trockene Klamotten anziehen, weil ich immer komplett durchgeschwitzt bin. Dann habe ich Hunger, esse etwas und fahre direkt in die nächste Stadt.“
Lieber für einen Tag Deine Stimme verlieren oder Dein Handy?
„Ganz klar das Handy! Ohne das kann ich gut leben. Selbst wenn ich allein bin, rede ich auch mal gar nicht. Und wenn ich meine Freunde sehen will, kann ich mich ja einfach mit ihnen treffen. Telefonieren geht dann eben nicht – aber man hat ja noch Festnetz.“
Würdest Du lieber alle Sprachen der Welt sprechen oder mit Tieren reden können?
„Alle Sprachen der Welt. Deutsch, Englisch, etwas Spanisch und Französisch kann ich – aber alle Sprachen wären schon sehr praktisch.“
Gab es in Deinem Leben einen Butterfly-Effekt – also einen Moment, der alles verändert hat?
„Ja – die erste Gitarre und das erste Mikrofon, die ich mir gekauft habe. Eigentlich wollte ich einen normalen Job machen und am Wochenende in Bars spielen. Aber dann hat sich das Leben gedreht und ich durfte plötzlich sieben Tage die Woche Musik machen. Am Anfang denkt man ja nicht an Champions League – man spielt, weil es Spaß macht. Dass es so groß wird, ist einfach ein Tüpfelchen obendrauf.“
Deine neue Single "Hast du kurz Zeit" ist am 12.09.2025 erschienen – erzähl uns davon!
„Ich habe fürs neue Album rund 40 Songs geschrieben und mir viel Zeit gelassen, weil das letzte Album schon über zwei Jahre her ist. Ich habe mit vielen neuen Produzenten und Songwritern gearbeitet und mich einfach treiben lassen – so ist eine bunte Mischung entstanden. Die Single Hast du kurz Zeit ist mit Freunden im Studio entstanden. Wir standen alle zusammen am Mikro und haben den Refrain rausgebrüllt – das hat den Vibe perfekt eingefangen. Ich bin gespannt, wie er heute live ankommt.“
Hast Du Dich schon mal selbst gegoogelt?
„Das ist lange her. Ich schaue eher nach Konzertartikeln – da gebe ich ‚Wincent Weiss‘ ein und klicke auf News. Die ersten Google-Ergebnisse sind meistens privat, da steht zum Beispiel ‚Ist Vincent Weiss verheiratet?‘ oder ‚Ist Wincent Weiss Vater?‘. Das wird die Öffentlichkeit aber nicht erfahren – mein Privatleben bleibt privat. Lustig ist: die Tochter meines besten Freundes nennt mich Onkel Wince. Ich bin natürlich nicht ihr richtiger Onkel, aber ich darf mal reinschnuppern und üben – vielleicht für später.“
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