Von: Alex Woldrich
19.06.2020 - 02:05 Uhr

Alle Infos zur Corona Warn-App

Seit heute gibt es nun die neue Corona-Warn-App zum Download!

Wir haben für Euch die wichtigsten Infos zusammengefasst.

Was bringt die App dem Nutzer?
  • Mithilfe der App sollen Nutzer nachvollziehen können, wenn sie sich in der Nähe eines anderen Nutzers aufgehalten haben, nachdem dieser positiv auf das Corona-Virus getestet wird.
  • Die App soll Gesundheitsämter entlasten, indem Kontaktpersonen von Infizierten automatisch benachrichtigt werden.
  • Durch die Nutzung der App können Infektionsketten unterbrochen und gestoppt werden.
Wie funktioniert die App?
  • Durch Tracing: Durch Einsatz der Bluetooth-Technologie (mithilfe des Funkstandards Bluetooth Low Energy (BLE)) soll die App aufzeichnen, welche Geräte sich (von mind. 2 Metern und für mind. 15 Minuten) näher kommen / nähergekommen sind.
  • Dafür scannen die Smartphones alle paar Minuten die Umgebung und kommunizieren mit anderen Handys.
  • Wer positiv auf Covid-19 getestet wird, kann die lokal gespeicherten Daten freigeben. Dann werden Kontaktpersonen per Push-Nachricht aufgefordert, sich testen zu lassen. Sie erfahren, an welchem Tag die Begegnung stattgefunden hat, nicht aber die genaue Uhrzeit. Zusätzlich enthält die Benachrichtigung einen Risikowert, der von vier Faktoren bestimmt wird: wie lange der Kontakt zurückliegt, wie lange die Begegnung dauerte, wie stark das Bluetooth-Signal war und wie die Krankheit des Infizierten verläuft.
  • Es werden keine Bewegungsprofile erstellt und Aufenthaltsorte des Nutzers werden nicht gespeichert.
  • Die App läuft auf iOS-Smartphones ab dem iPhone 6s unter iOS 13.5, bei Android-basierten Smartphones ab Android 6. Außerdem werden unter Android die Google Play Services benötigt. Einige chinesische Smartphones laufen ohne Google-Software und eignen sich deshalb nicht für die App. à Huawei hat ein Update durchgeführt, mit Hilfe dessen auch auf den Google-freien Smartphones die Nutzung der App möglich sein soll.
  • Nutzer sollten die Anwendung ausschließlich aus den offiziellen App-Stores von Apple und Google herunterladen, um keine Fake-Apps von Drittentwicklern zu erwischen, die Daten abgreifen wollen.

Und wie sieht es mit dem Datenschutz aus?
  • Die App kann freiwillig genutzt werden, jeder Bürger kann frei entscheiden, ob er sich die App auf sein Smartphone herunterlädt oder nicht. Die App kann jederzeit wieder gelöscht werden. Laut Bundesregierung soll die Nutzung der App auf freiwilliger Basis bleiben.
  • Die Daten des Nutzers werden auf dem eigenen Smartphone gespeichert.
  • Anonyme Datenspeicherung – d.h. es werden keine Namen, IP-Adressen und Telefonnummern übermittelt.
  • Die App basiert auf zufällig generierten ID-Codes, die sich regelmäßig ändern
  • Entwickler und Betreiber erfahren nicht, wer sich hinter der ID verbirgt und wo sich die Nutzer aufhalten.
  • Nach zwei Wochen wird das Kontakttagebuch automatisch aus dem Speicher des Smartphones gelöscht. Nur einmal pro Tag kommuniziert die App mit einem zentralen Server, um die IDs von Geräten abzurufen, deren Besitzer sich als infiziert gemeldet haben.
  • Nutzer können das Tracing jederzeit manuell pausieren.
  • Die Listen mit den Codes bleiben lokal auf dem Gerät à Bei positiver Infektion kann der Nutzer selbst entscheiden, ob er die Informationen auf einen zentralen Server der App hochladen möchte à Bei Ja: erhält der Server nur die eigenen Codes des Nutzers und nicht die Liste der Codes seiner Kontakte. Anschließend wird die Liste der Codes vom Server an alle Smartphones mit der App verschickt und es wird durchforstet, ob die Codes mit diesem übereinstimmen. Der Check erfolgt nur lokal auf dem Gerät der Betroffenen.

Wer sind eigentlich die Entwickler der deutschen Corona-Warn-App?
  • Die Bundesregierung hat die Deutsche Telekom und den Softwarekonzern SAP beauftragt, die App zu bauen.
  • Drei wissenschaftliche Institutionen waren außerdem beteiligt: Fraunhofer-, Helmholtz- und Robert-Koch-Institut. Zusätzlich hat der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber (SPD) die Entwicklung begleitet und wird auch nach dem Start der App darauf achten, dass die Privatsphäre der Nutzer gewahrt bleibt.
  • Die Entwicklung der App soll die Bundesregierung rund 20 Millionen Euro gekostet haben

Was sind die Nachteile der App?
  • Nicht jeder Bürger besitzt ein Smartphone mit der benötigten Bluetooth-Technologie.
  • Abhängig vom Smartphone und der Signalstärke.
  • Schwierigkeit BLE passgenau zu konfigurieren.
  • Warnt die App zu selten, bringt sie nichts. à Bei zu vielen Push-Nachrichten, nehmen Nutzer sie irgendwann nicht mehr ernst.
 
Side Facts:
  • In einigen Ländern wird die Corona-App zum Kampf gegen das Coronavirus eingesetzt (Russland, China, Kirgistan zum Beispiel). Einige Regierungen verpflichten ihre Bürger zur Nutzung, andere sammeln zusätzliche Daten und überwachen die Anwender.
  • China und Israel setzen auf Tracking