Von: Natasa Bubalo
03.06.2020 - 09:55 Uhr

Blackout Tuesday: Gerechtigkeit für George Floyd

Instagram trug gestern schwarz. Was es mit dem „Blackout Tuesday“ auf sich hat und wie auch ihr die „Black Lives Matter“-Bewegung aktiv unterstützen könnt, lest ihr hier.

Als Reaktion auf die Morde an George Floyd (25.05.), Breonna Taylor (13.03.), Ahmaud Arbery (23.02.) und zahlreichen weiteren unschuldigen afro-amerikanischen Bürgern durch die Polizei, riefen Jamila Thomas und Brianna Agyemang den Hashtag #TheShowMustBePaused ins Leben.

Beide Frauen arbeiten bei großen Musik-Labels (Atlantic & Platoon) und wollen mit der Aktion „einen Tag schaffen, um sich von der Arbeit zu lösen und sich mit unserer Community (von der Black Community d.Red.) wieder zu verbinden“.“

Der Besondere Fokus läge dabei auf der Musikindustrie, da sie in der Vergangenheit „vorrangig von schwarzer Kunst profitierte“. „Unsere Mission ist es, die Industrie als Ganzes, einschließlich Großkonzerne und deren Partner, die von den Bemühungen und alltäglichen Kämpfe der Black Community profitieren, mitverantwortlichen zu machen. In diesem Sinne ist es vor allem wichtig, dass genau diese Entitäten die schwarzen Communites beschützen, denen sie ihren unverhältnismäßigen Wohlstand zu verdanken haben.“, schreiben die beiden in einem Statement. Weiter heißt es: „Das ist keine 24-stündige Initiative. Wir werden diesem Kampf langfristig beiwohnen.“

Wie reagieren die Labels?

Die Major-Labels gehen bisher unterschiedlich mit dem „Blackout-Tuesday“ um. Interscope, Warner und Capitol reagierten beispielsweise aktiv durch Spenden an Bewährungs-Fonds oder Wohltätigkeitsorganisationen, während Sony und Columbia sich in ihren Statements sehr vage hielten.  Universal (Mutterfirma von Interscope und Capitol) kündigte an, eine „Taskforce“ ins Leben zu rufen, die zukünftig für mehr Inklusivität und soziale Gerechtigkeit sorgen werde.

Auch Streaming-Gigant Spotify reagierte auf die Umstände. Mit zahlreichen „Black Lives Matter“- Playlists, die prominent auf der Homepage gefeatured wurden, versuchen sie Aufmerksamkeit für Spenden-Aktionen zu erregen. Einige dieser Playlists enthalten einen 8:46minütigen “leeren“ Song, angelehnt an die letzten Minuten George Floyds und seinen erfolgslosen Überlebenskampf.

Auch einige Musiker reagierten persönlich auf Social Media. Radiohead, Dua Lipa, Billie Eilish und zahlreiche andere teilten den Hashtag und ein begleitendes schwarzes Bild.  Vor allem letztere verschaffte sich auf Instagram Gehör: „Wenn ich noch eine Weiße Person ‘all lives matter‘ sagen höre, verliere ich meinen verdammten Verstand.“ […] Alles was ihr motherfuckers tut, ist einen Weg finden, um euch selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Hier geht es nicht um euch! […] Du bist privilegiert ob es dir gefällt oder nicht. […] Deine Hautfarbe gibt dir mehr Privilegien, als du überhaupt wahrnimmst. […] Der Slogan #blacklivesmatter bedeutet nicht, dass andere Leben nichts wert sind. Er erregt Aufmerksamkeit für die Tatsache das unsere Gesellschaft denkt Black Lives sind nichts wert.“

Solltet ihr euch selbst solidarisch zeigen wollen, achtet darauf nicht den Hastag #blacklivesmatter unter euren geschwärzten Bildern zu posten, da dadurch die wirklich wichtigen News-Posts mit dem gleichen Hashtag verloren gehen. Hier findet ihr außerdem weitere Wege, um den Kampf gegen Rassismus und Polizeigewalt zu unterstützen.