Von: Marc Hofmann
27.04.2020 - 12:10 Uhr

Hier müsst ihr ab morgen mehr blechen!

Mehr Schutz für Radfahrer, härtere Strafen für Poser und Fahrverbot für Rettungsgassen-Sünder. Das verspricht der neue Bußgeldkatalog für die StVO, der ab Dienstag (28.04.) einige Neurungen mit sich bringt.

Hier ein kleiner Überblick:


  • Wer keine Rettungsgasse bildet, zahlt momentan 200 Euro und kassiert zwei Punkte in Flensburg. Künftig wird es ein einmonatiges Fahrverbot obendrauf geben.
  • Härter bestraft werden künftig auch alle, die durch die Rettungsgasse fahren. Mindestens 240 Euro, zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot.
  • Bisher kostet das Halten in zweiter Reihe (um z.B. schnell was abzuladen) nur 15 Euro. Das wird erhöht: ab Dienstag blecht man dafür 55 Euro und bei Behinderung sogar 70 Euro + einen Punkt in Flensburg.
  • Dasselbe gilt auch für das Parken auf Geh- und Radwegen, sowie das Halten auf dem Schutzstreifen: bei Behinderung 70 Euro und einen Punkt.
  • Die bestehende Grünpfeilregelung für Autofahrer soll demnächst auch für Radfahrer gelten. Ein eigenes Grünpfeilschild nur für Radfahrer ist geplant.
  • Kommunen können künftig Fahrradzonen einrichten. Hier dürfen dann nur Radfahrer bei einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h fahren.
  • Auch ein neues Schild gibt es schon bald. Z.B. an engen Stellen wird künftig das Überholen von Radfahrern mit einem neuen Verkehrszeichen verboten.
  • Beim Überholen von Radfahrern schreibt die StVO bisher nur einen „ausreichenden Sicherheitsabstand“ vor. Künftig muss jedes KFZ beim Überholen von Zweirädern innerorts mindestens 1,5 m und außerorts mindestens 2 m Sicherheitsabstand halten.
  • Gerade in Städten werden Lastenräder immer beliebter. Künftig wird es für die Waren- und Kindertransporter eigene Parkflächen geben.
  • Auch für Carsharing-Fahrzeuge soll es bald eigene Parkflächen geben. Das Angebot soll dadurch an Attraktivität gewinnen.
  • Was bisher nur in einer Grauzone lag, ist jetzt explizit verboten: Die Verwendung von Blitzer-Apps auf dem Smartphone. Hierfür zahlt man bald 75 Euro und kassiert einen Punkt in Flensburg.
  • Die Strafen für Tempoverstöße wurden auch verschärft. Einen Monat lang den Führerschein abgenommen kriegt künftig jeder, der innerorts über 20 km/h und außerorts über 25 km/h zu schnell unterwegs ist.
  • Auch Radfahrer müssen bald mehr zahlen, wenn sie sich nicht an die Regeln halten: 25 Euro kostet es nun, wenn man als Radfahrer den Gehweg benutzt.
  • Das Auto grundlos spazieren zu fahren wird in Zukunft auch deutlich teurer. Für das sogenannte „Autoposing“ belästigt man Menschen unnötig mit Lärm und Abgasen. Dafür muss man künftig 100 Euro blechen.

Viele Neuerungen bzw. Änderungen sollen offensichtlich den Umstieg vom Auto zum Fahrrad attraktiver machen und Radfahrer besser schützen. Bislang wurde häufig kritisiert, das Radfahren sei gerade in Städten zu unsicher. Ob der neue Bußgeldkatalog wirklich mehr Menschen zum Fahrradfahren bewegt, wird sich zeigen. Fest steht aber offensichtlich: Wer in Zukunft auf’s Fahrrad umsteigt, blecht weniger Strafen.

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