Von: Nikolai Schneider
08.01.2021 - 17:45 Uhr

"Soll ich oder soll ich nicht?" - Haare selber schneiden

Die Friseure mussten wieder schließen, jetzt vielleicht sogar noch länger als zuerst geplant. Wer sich schon die Frage stellt - „kann ich so überhaupt noch rausgehen?“ - für den wird es Zeit, sich die Haare selbst zu schneiden. Damit das auch ohne Haarspalterei gut gelingt, zeugen wir euch hier, wie´s geht.
 
Die wichtigsten Regeln vorab
  1. Verwendet eine richtige Haarschneide-Schere. Mit gewöhnlichen Bastel- oder Küchenscheren macht ihr eure Haare eher kaputt. Auch der Rasierer sollte gut geeignet sein.
  2. Lasst besser die Finger von komplizierten Schnitten. Je einfacher der gewünschte Schnitt, desto weniger kann schief gehen.
  3. Schneidet eure Haare lieber Stück für Stück auf die gewünschte Länge, sonst lauft ihr Gefahr, dass ihr zu viel abschneidet.
  4. Euer Haar sieht im nassen Zustand anders aus als im trockenen. Schaut euch deshalb eure Haare vor dem Schneiden gut an und (hier kommt der Friseurmeistertipp) stellt euch Linien im Haar beziehungsweise auf der Kopfhaut vor. 
  5. Achtet darauf, dass der Kopf immer gerade bleibt. Sonst wird der Haarschnitt ganz schnell schief.  

Die Basics
Zu Beginn kämmt ihr die Haare am besten gut durch und legt sie so hin, dass der Scheitel so fällt wie normalerweise. Wollt ihr die Haare mit einer Schere schneiden, nehmt jede einzelne Haarsträhne zwischen Zeige- und Mittelfinger, zieht die Strähne waagrecht vom Kopf weg und schneidet horizontal zu euren Haaren die gewünschte Länge ab. Vorzugsweise fangt ihr damit im Nacken an und arbeitet euch bis zum Oberkopf vor. Beachtet, dass dort die Haare auch meist länger sind als im Nacken. 

Tipps für rasierte Haare
Wenn ihr alle Haare auf die gleiche Länge rasieren wollt,
 fangt ihr im Nacken an und rasiert die Haare gegen die Haarwuchsrichtung von unten nach oben ab.
Möchtet ihr es etwas anspruchsvoller, dann könnt ihr die Haare auch zu einem sogenannten "Undercut" rasieren. Hierbei beginnt ihr wieder im Nacken und rasiert von unten nach oben. Wichtig ist dabei, dass ihr einen leichten Übergang macht. Beim Nachobenrasieren hebt ihr die Haarschneidemaschine deshalb leicht heraus, drückt also nicht zu stark auf die Kopfhaut auf, um den Schnitt natürlich wirken zu lassen. Das gleiche Vorgehen gilt bei den Seiten und der Ohrenpartie. Hierbei stellt ihr den Rasierer auf die gleiche Länge ein wie bei den Nackenhaaren. Das Deckhaar (der obere Teil) ist dabei länger als die Haare im Nacken und an den Seiten. Wählt daher für diese Haarpartie den größtmöglichen Aufsatz. 

Tipps für den Damenhaarschnitt 
Wollt ihr nur eure Spitzen schneiden, zieht ihr einen Mittelscheitel, legt eure Haare über die Schulter, nehmt die einzelnen Haarsträhnen zwischen Zeige- und Mittelfinger und schneidet die Spitzen unterhalb der Finger ab. Achtet dabei aber darauf, dass ihr nicht zu viel abschneidet. 
Traut ihr euch sogar euren Pony zu schneiden, müsst ihr Folgendes beachten: Trennt den Pony mit Hilfe eines Kammes von den restlichen Haaren ab, nehmt die komplette Partie zwischen Zeige- und Mittelfinger und franst die Haare aus, bis die gewünschte Länge des Ponys erreicht ist. Seid aber auch hierbei nicht zu übermütig und schneidet den Pony nicht mit einem Schnitt ab.

Also ran an Schere und Rasierer - und zur Not sind Mützen im Winter ja auch ganz schick.


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