Von: Sandra von Bonin
05.01.2021 - 05:00 Uhr

Das ändert sich 2021!

Neues Jahr, neues Glück! 2021 hält in fast allen Lebensbereichen einige Änderungen für uns bereit.

Was sich in Sachen Gesundheit, Finanzen, Mobilität und unserem Alltäglichen Leben ändert, haben wir hier für Euch zusammengefasst:

Geld & Finanzen

Solidaritätszuschlag entfällt
Arbeitnehmer haben 2021 mehr Geld in der Tasche, da der Solidaritäszuschlag für fast alle wegfällt. Nur noch Großverdiener müssen diesen künftig noch bezahlen. Eine Familie mit circa 40.000 Euro Einkommen im Jahr spart sich bis zu 500 Euro. Singles mit einem Jahresverdienst von mehr als 62.000 Euro müssen einen geringen Soli-Satz bezahlen.
Grundfreibetrag steigt
Ab 2021 liegt der Grundfreibetrag bei 9.744 Euro. So viel vom zu versteuernden Einkommen bleibt dann steuerfrei. Bisher lag der Grundfreibetrag bei 9.408 Euro. Im kommenden Jahr soll dieser nochmal steigen.
Mehr Kindergeld
Ab 2021 gibt es mehr Kindergeld - nämlich 15 Euro mehr pro Monat und Kind. Für das erste und zweite Kind gibt es damit ab 2021 219 Euro, für das dritte Kind 225 Euro und ab dem vierten Kind 250 Euro pro Monat. Zugleich steigen auch die Kinderfreibeiträge, die Eltern alternativ zum Kindergeld bekommen können.
Mindestlohn steigt
Zum 1. Januar 2021 steigt der Mindestlohn auf 9,50 Euro pro Stunde. Am 1. Juli 2021 gibt es dann nochmal eine kleine Erhöhung auf 9,60 Euro pro Stunde. Beschäftigte in 450-Euro-Jobs müssen dann jedoch aufpassen, dass sie mit der Mindestlohn-Erhöhung die Einkommensgrenze nicht überschreiten.
Änderung bei der Pendlerpauschale
Ab 2021 steigt auch die Pendlerpauschale, jedoch nur wenn ihr mindestens 21 Kilometer am Tag fahrt. Künftig könnt ihr dann 35 Cent pro Kilometer absetzen, wenn ihr unter 20 Kilometer pro Tag fahrt, bleibt es bei den bisherigen 30 Cent. Wer täglich etwa 43 Kilometer zur Arbeit fährt, kann künftig pro Jahr knapp 100 Euro sparen.

Mehr Geld für Alleinerziehende
Alleinerziehende profitieren ab 2021 von einem höheren Steuerfreibeitrag. Statt wie bisher bei 1.908 Euro liegt dieser ab 2021 bei 4.008 Euro pro Jahr. Dieser Freibeitrag wird einem Alleinerziehenden mit mindestens einem zusammenlebenden Kind gewährt und es darf kein weiterer Erwachsener im gleichen Haushalt wohnen. Per Antrag lässt sich der Steuerfreibetrag pro weiterem Kind um 240 Euro erhöhen.

Höhere Unterhaltskosten absetzbar
Unterhaltskosten für eine unterhaltspflichtige Person können künftig in einem höheren Umfang als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung geltend gemacht werden. So sind ab 2021 maximal 9.744 Euro zuzüglich Kranken- und Pflegeversicherung abziehbar.

Gesundheit

"Gelber Zettel" wird abgeschafft
Die Bundesregierung will bei Krankmeldungen von Beschäftigten den „gelben Schein“ im Papierformat abschaffen - und durch eine digitale Bescheinigung ersetzen. Wer sich bisher vom Arzt krankschreiben lässt, bekommt eine Bescheinigung auf gelbem Papier – daher der Name. 
Die Krankmeldung besteht aus mehreren Bescheinigungen. Eine muss an den Arbeitgeber geschickt werden, eine an die Krankenkasse, eine ist für die persönlichen Akten bestimmt. Bei der Techniker Krankenkasse gibt es bereits ein Pilotprojekt für eine digitale Krankmeldung. Dies soll in Zukunft für alle gesetzlich Versicherten gelten - die Krankmeldung soll digital übermittelt werden. Künftig sollen die Krankenkassen den Arbeitgeber elektronisch über Beginn und Dauer der Arbeitsunfähigkeit seines gesetzlich versicherten Arbeitnehmers informieren.

Elektronische Krankenakte
Ab dem 01.01.2021 sind auch gesetzliche Krankenkassen dazu verpflichtet allen Versicherten eine elektronische Krankenakte ausstellen zu können. Das Angebot ist für jeden Versicherungsnehmer freiwillig, außerdem hat er die volle Kontrolle darüber, welche Daten aufgenommen, verwertet oder wieder gelöscht werden und vor Allem wer die Akte einsehen darf.

Auto & Mobilität

Steigende Benzin- & Dieselpreise
Zum Jahreswechsel tritt die neue CO2-Steuer in Kraft. Pro verbrauchter Tonne CO2 sind künftig 25 Euro fällig. Dadurch verteuert sich der Preis bei Dieselkrafstoff um rund 8 Cent pro Liter, Benzin um 7 Cent und Erdgas um 0,6 Cent pro Kilowattstunde. In den kommenden Jahren soll der CO2-Preis dann stufenweise steigen. Zudem kommen durch die wieder eingeführte reguläre Mehrwertsteuer weitere rund drei Cent auf den Spritpreis.

Höhere KFZ-Steuer für konventionelle Fahrzeuge
Käufer von konventionellen Fahrzeugen mit hohem Verbrauch müssen ab 2021 mehr Kfz-Steuer bezahlen. So wird ab 95 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer mehr Kfz-Steuer fällig. Für emissionsarme Fahrzeuge wird die Kfz-Steuer hingegen günstiger.

Elektroauto-Besitzer profitieren
Besitzer von Elektro- und Hybridfahrzeugen profitieren auch 2021. Vor 2025 zugelassene E-Autos sind bis 2030 von der KFZ-Steuer befreit. Zudem wurden die Kaufprämien für E-Autos und Hybridfahrzeuge bis 2025 verlängert.

Alltag

Mehrwertsteuer auf Lebensmittel
Ab dem 01.01.2021 gelten wieder die alten Mehrwertsteuersätze von 19% und 7%. Ausgenommen sind davon unter anderem Lebensmittel wie Fleisch und Schlachtnebenerzeugnisse, Fische und Krebstiere,Gemüse und Früchte, Milch, Milcherzeugnisse und Eier, Kaffee, Tee, Gewürze, Zucker, Kakao, Flocken und Mehl, Pflanzliche Fette und Öle.

Personalausweis wird teurer
Wer einen neuen Perso beantragt, muss künftig fast 10 Euro mehr mit zur zuständigen Behörde nehmen. Statt 28,80 Euro sind ab Jahresbeginn dann 37,00 Euro fällig - zumindest für Bürger, die mindestens 24 Jahre alt sind. Der gilt dann nämlich 10 Jahre lang bevor wieder ein neuer beantragt werden muss. Jüngere, deren Ausweis nur sechs Jahre gültig ist, zahlen 22,80 Euro.

Plastikverbot ab Juli 2021
Große Ziele hat sich die Regierung beim Umweltschutz gesetzt. Ab dem 3. Juli 2021 gilt dann ein Verkaufsverbot für Wegwerfartikel aus Kunststoff. Laut Bundesregierung heißt es:
 „Wattestäbchen, Besteck, Teller, Trinkhalme, Rührstäbchen und Luftballonstäbe aus Kunststoff sowie To-go-Getränkebecher, Fast-Food-Verpackungen und Wegwerf-Essenbehälter aus expandiertem Polystyrol (bekannt als Styropor) sind künftig nicht mehr erlaubt“.

Bild: pixabay