Von: Paula Rauschenberg
27.10.2016 - 14:45 Uhr

BGH-Urteil: Rechte beim Gebrauchtwagenkauf

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat gestern entschieden, dass Gebrauchtwagenkeine gefährlichen Mängel aufweisen dürfen und Neuwagen bei der Auslieferung makellos sein müssen.

Gebrauchtwagen: für welche Mängel haftet der Verkäufer
Grundsätzlich gilt: der Käufer muss alle Gebrauchs- und Abnutzungsspuren akzeptieren.
Der Käufer muss dem Verkäufer immer vorweisen, dass der Mangel bei der Übergabe bereits vorgelegen hat.
Wenn der Verkäufer ein Händler ist, ist es genau umgekehrt, das heißt der Verkäufer muss beweisen, dass das Auto bei der Übergabe Mängel hatte.

Rechte bei Neuwagenkauf
Beim Kauf eines Neuwagens können Käufer ihre Ansprüche in der Regel binnen zwei Jahren geltend machen.
Bei Schäden, die in den ersten sechs Monaten auftreten, wird zugunsten des Käufers angenommen, dass sie bereits vor dem Kauf bestanden.
Seit einem BGH-Urteil müssen Käufer zudem nur den Mangel nachweisen, ohne eine Ursache dafür anzugeben.
Das bedeutet für den Käufer…. Es gibt weniger Papierkrieg.

Müssen Mängel beim Gebrauchtwagenkauf beseitigt werden?
Als Käufer könnt ihr eine Beseitigung des Mangels beantragen.
Wen sich der Verkäufer weigert den Fehler zu beheben, könnt ihr vom Vertrag zurücktreten.
Außerdem ist es möglich eine Preisminderung zu vereinbaren.

Was gilt wenn ich Online einen Gebrauchtwagen kaufe?
Wenn ihr das Auto von einem Händler kauft, muss er euch das gesetzliche Widerrufsrecht von zwei Wochen geben.
Beim Kauf von einer Privatperson gilt dieses Widerrufsrecht nicht.

Wenn ihr ein Auto online kauft, welches ihr weder persönlich angesehen habt oder zur Probe gefahren seid, solltet Ihr erst mal folgende Fragen klären:

-      Kaufpreis komplett oder nur teilweise überweisen?
-      Wie wird der Wagen übergeben
-      Hat der Verkäufer einen Sitz in Deutschland?
-      Ist der Kaufpreis tatsächlich bis zum Schluss gültig?

Wichtig: Druckt euch alle Unterlagen, Rechnungen, Kontaktformulare aus!!!