Von: Marc Hofmann
14.09.2016 - 06:00 Uhr

Verbotene Souvenirs

Wir bringen sie gerne mit, um uns an schöne Tage zu erinnern oder um die Orte zu sammeln, an denen wir schon gewesen sind – die Souvenirs. Nochmal mit den Fingern  durch den Sand vom letzten Strandurlaub fahren oder morgen die exotische Kette anziehen, die an den Urlaub erinnert.

Doch Vorsicht: Nicht alles, was Ihr im Urlaub findet oder kauft, darf man auch mitnehmen! Manche Pflanzen oder Tiere stehen unter Artenschutz oder es sind tierische Materialien in Souvenirs verarbeitet, bei denen man es nicht auf den ersten Blick sieht.

8.000 Tierarten und 40.000 Pflanzenarten fallen unter das sogenannte „Washingtoner Artenschutzabkommen“. Das Abkommen gilt in rund 175 Staaten, also fast weltweit, und man darf die Arten, die darin aufgelistet sind, weder tot noch lebendig nicht mit nach Hause bringen.

Das passiert Euch, wenn doch:


sehr häufig

Beschlagnahme der verbotenen Gegenstände plus evtl. Vernichtungskosten

oft

wird zusätzlich noch eine Geldstrafe

vom Hauptzollamt verlangt

Einzelfälle

Verurteilung durch einen Richter zu Geld- oder Gefängnisstrafe 
(bei Wiederholungstätern, Banden oder gewerblichen Absichten)


Die Geldstrafen können bis zu 10.000 Euro hoch sein.

Korallen sind grundsätzlich verboten!

Egal, ob Ihr Korallenteile am Strand findet oder teuer als Souvenir im Schaufenster eines Händlers seht, nehmt sie auf keinen Fall über Landesgrenzen mit!

Beliebt sind auch:

Die Schale der Riesenfechterschnecke – auch bekannt als „Trompeten-Muschel“, hier gibt es eine Beschränkung von drei Schnecken-Gehäusen pro Person. Bei mehr wird’s extrem teuer.

Aloe Vera steht in vielen Ländern unter Naturschutz und ist oft mehr oder weniger versteckt in Kosmetik-Produkten.

Federn, vor allem von Papageien; Schmuck mit Hai- oder Krokodilzähnen und natürlich Leder von zum Beispiel Krokodilen, Schlangen und anderen exotischen Tieren

Die Kakteen, die oft in getrocknetem Zustand in Grundschulen als „Regenstab“ benutzt werden, stehen unter Artenschutz. Genauso wie manche Kräuter, die gerne für Tees oder Medikamente benutzt werden, wie zum Beispiel Ginseng.

Die einen wissen das gar nicht, die anderen wissen es, halten sich aber trotzdem nicht daran:

Am Frankfurter Flughafen werden jedes Jahr über 15.000 solcher verbotenen Souvenirs beschlagnahmt, davon sogar 3.000 lebende Tiere!

Besonders unglaublich: Das Mitbringen von Sand oder Steinen!

Aus Sardinien, Ägypten, von den Malediven, den Philippinen oder der Dominikanischen Republik ist sogar Sand mitnehmen verboten!

Im Normalfall wird euch der Sand nur abgenommen, aber im Einzelfall - besonders bei Steinen - kann das schon mal bis zu 10.000 Euro kosten.

Warum?

Zum Beispiel Sardinien und die Malediven gehören zu den schönsten Stränden der Welt. Diese stehen unter Naturschutz und möchten ihren Sand gerne behalten. Allein im letzten Jahr sind am Flughafen in Cagliari, der Hauptstadt Sardiniens, rund fünf Tonnen Sand, Steine und Muscheln konfisziert worden.

Steine,  die wir am Boden finden, können antike Scherben sein, ohne dass das für uns erkennbar ist. In der Türkei, in Italien, Griechenland, Ägypten oder Peru findet man zu Millionen Steine oder Tonscherben, die sogenanntes „Kulturgut“ sein können, denn zum Beispiel Pompeji, die Inka-Tempel und die Pyramiden zählen zu heiligen Stätten. Darum werden Steine bei der Ausreise am Flughafen generell konfisziert. In der Türkei droht sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren.

In Ägypten wurden einmal sogar Deutsche zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie einen Stein von der Cheops-Pyramide eingesteckt haben.

Tipps für Eure nächste Reise:


1. In der App Zoll und Reise vom Bundesministerium der Finanzen könnt ihr den Zoll-Betrag eurer
Souvenirs ausrechnen und weitere Infos nachlesen.

2. In der App Sicher reisen vom Auswärtigen Amt gibt es Infos über eine sichere Reise in das jeweilige Land inklusive Tipps zur Reisevorbereitung und Adressen und Telefonnummern für Notfälle.

3. Auf der Website von Artenschutz-Online könnt ihr euer Reiseziel eingeben und seht dann alle in diesem Land geschützten Arten aufgelistet.

4. Und falls ihr euch überhaupt nicht sicher seid:

- Fotografierteuer Reisemitbringsel

- Schreibt einen kurzen Text dazu

- Sendet beides per E-Mail an das Zoll-InfocenterDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!