Von: Alexander Woldrich
18.05.2016 - 06:15 Uhr

Augsburg Orient Rallye - Der Heimweg

Die Jungs vom Augsburg Orient Rallye Team "Teambildung" sind langsam aber sicher wieder auf dem Heimweg.

Eine erlebnisreiche Zeit steht hinter ihnen. Nachdem die Jungs und Mädels in Georgien Schulrucksäcke, Kleidung und Spielzeug an die Kids verteilt haben, geht es mittlerweile wieder auf den Weg zurück nach Augsburg. Ihren aktuellsten Blog findet Ihr natürlich hier bei uns.

Das schreibt das Team: 
Guten Morgen Sonnenschein! Die Frühaufsteher im Team, Ute, Mathias und Jö, räumen wie jeden Morgen den Platz vom vorabendlichen Trinken und Grillen auf, spülen fettige Teller und Besteck und kochen Kaffee. Da sie die letzten Tage trotz Schlafbrille immer mit strahlendem Sonnenaufgang im Gesicht aufwacht, hat sich ihnen inzwischen Martha angeschlossen. Der tolle Tapeziertisch, den Mathias mitgebracht hat, hat sich erfolgreich als Grillbuffet etabliert. Deswegen nehmen wir es in Kauf, ihn ständig aufwendig mit Spanngurten auf Superjhemps ansonsten leeren Dachträger zu spannen.
Wir schmeißen das übrig gebliebene zähe Fleisch für die Straßenhunde auf den Parkplatz. Außerdem ist Ute und Martha in dieser Nacht je einer unserer Campingstühle unter dem Hintern wegebrochen. Wuizis Kommentar dazu lassen wir durchgehen, weil er Geburtstag hat. Jasmin versucht währenddessen, sich und Oli die Haare mit Trockenshampoo zu waschen. Für uns alle ist es allerhöchste Eisenbahn für einen neuen Hamambesuch.
Wie gestern müssen wir heute wieder 542 km zurücklegen. Diesmal ist aus Fahrersicht ein unspektakulärer Tag - wir fahren fast ausschließlich mehrspurige Schnellstraßen, nix da Offroad. Einzige Ausnahme: Die Zufahrt zum Dörfchen Düzyayla Köyü, wo wir der kleinen Schule fünf Schulranzen spenden. Begrüßt werden wir von einer Horde Kinder in traditioneller Tracht, die uns bunte Kartons in Herzchenform und Schilder entgegenhalten, auf denen “Danke”, “Wir lieben Euch” und “Türkei <3 Deutschland” steht.  
Auch einige der erwachsenen Frauen tragen die paillettenbesetzten Gewänder. Von Angelina Jolie inspiriert schießen wir haufenweise Fotos mit den Einheimischen und inszenieren unsere Wohltat auf Facebook, Snapchat, Tumblr und Instagram. Außerdem lösen wir eine andere Rallyeaufgabe und finden dank eines netten älteren Herrn namens Ismael heraus, dass Burhan vom OK, der in diesem Dorf großgeworden ist, wohl als Kind ein ungezogener Junge war. Hihihi.
Mathias darf heute Rudi fahren, Jasmin kutschiert Superjhemp über die Strecke. Den Großteil der Fahrt schwitzen wir um die Wette, bis auf den harten Platzregen zwischendrin. Heute kann es regnen, stürmen oder schneien… Autotechnisch machen wir heute zweimal kurzen Halt: Einmal, weil Superjhemps Ölleuchte immer wieder aufblinkt, außerdem scheint Rudis Keilriemen älter zu werden. Wir beschließen, dass keines von beidem gerichtet werden muss. Mal sehen, ob wir das noch bereuen.
In Kappadokien angekommen, verkündet Mathias ganz aufgeregt: “Hier habe ich mal an einem Busbahnhof übernachtet!” Er kennt die Nachbarstädte und erzählt, was wir in der Region besichtigen können. Unser Ziel ist die Stadt Ürgüp unterhalb einer Siedlung von Felsenhöhlen.
Hier kriegt Wuizi kleine Geburtstagsdonuts und Weißwein aus einem persönlichen Nuckelglas mit Strohhalm, damit er niemanden mit seiner Erkältung ansteckt. Außerdem darf er entscheiden, was wir jetzt machen werden: Ins Hamam gehen und dann essen. “Erst Hamam, dann ham ham”, erklärt Jö lachend.
In einem offensichtlich touristischen, weil gemischtem (uiuiui) Hamam lassen wir uns durchschrubben und -kneten, zu Abend gibt es eine Art Rindsgulasch, der in Tonkrügen gekocht wird. Diese werden geköpft und das Fleisch mit Soße in einen siedend (sizzeling) heißen Keramikteller gegossen. Martha darf einen der Krüge köpfen und wird von nun an für jedes Stück Ton gemobbt, dass die anderen in ihrem Essen finden. Mit leckerer Soße, knusprigem Brot und feinem Reis hat das Geburtstagskind eine gute Wahl getroffen. Sogar Jö, der sonst nie ein gutes Wort über ihm vorgesetztes Essen verliert, nickt anerkennend.
Auf dem Heimweg holen sich Mathias und Martha einen Wein - angeblich ist auch diese Region für ihren Weinanbau berühmt. Mathias ist mit seinem Rotwein sehr zufrieden, Marthas Rosé ist “eher mittel”. Geschrubbt und gefüttert fallen wir alle gemeinsam nach einem Schlummertrunk zufrieden mit uns und der Welt in einen entspannten Schlaf.